Verleihung 12. Kunstpreis auf Schloss Fachsenfeld an Johannes Pfeiffer

Vor großem Publikum hat der Vorstandssprecher der VR-Bank Aalen Hans-Peter Weber im Ökonomiegebäude von Schloss Fachsenfeld den mit 4.000 Euro dotierten 12. Kunstpreis am Sonntagvormittag, 24. April 2016, an den Landartkünstler Johannes Pfeiffer übergeben.

„Menschen sind zu Höherem berufen als zum Wirtschaften“, betonte VR-Bank-Chef Hans-Peter Weber bei der Übergabe. Logik, Vernunft und Effizienz seien nicht alles, meinte er und bezog sich auf die Laudatorin Dr. Sabine Heilig, die dies zuvor in einem Rückblick auf die Frühgeschichte so beschrieben hatte. Dr. Heilig schätzt an der Arbeit des Künstlers vor allem die Einfachheit der Mittel und ihre dennoch oder vielleicht gerade deshalb so starke Ausdruckskraft.

Johannes Pfeiffer, so Dr. Heilig, sei schon viele Wege gegangen und habe viele Erfahrungen gemacht. „Sein künstlerisches Tätigkeitsfeld ist weltumspannend,“ betonte sie bei ihrer Einführung. In diesem Jahr habe er bereits bei der Frankfurter Luminale im Karmeliterkloster mitgemacht und gleichzeitig in Berlin Buchobjekte gezeigt. „Ich denke, nicht nur diese weltumspannenden Aktivitäten, sondern auch die besondere Sensibilität und Ausdruckskraft seines künstlerischen Werks machen ihn zu einem würdigen Preisträger“, sagte Dr. Sabine Heilig.

Johannes Pfeiffer fühlt sich immer durch die besonderen Gegebenheiten eines Ausstellungsortes herausgefordert. So hat sich die Ausstellung „usque ad eas portas“ („bis zu diesen Toren“) ergeben. Den Titel bezieht Pfeiffer auf die römische Vergangenheit Aalens und speziell auf den Limes als Grenzwall. Sein Credo heißt Veränderung, Wandel, Werden und Vergehen. „Nichts bleibt, wie es ist,“ stellt er fest. Deshalb sind die fünf verwitterten Türen, die er im Rasen vor dem Schloss errichtet hat, für ihn unter anderem ein Symbol für eine Grenzüberschreitung. Oder, wie Dr. Sabine Heilig deutete, mahnender Hinweis auf die heutige Abschottungsbemühungen Europas gegen Flüchtlinge. Überdimensionierte Vogelhäuschen im Schlosspark tituliert er als „Nistplatz für Gedanken.“

Die Verbindung zum Raum auf Schloss Fachsenfeld schaffen auch Metallschalen, aus denen sich eine Flut von Maiskörnern ergießt. Eine Fülle von Fäden verknüpft die Gefäße mit der Architektur des Ökonomiegebäudes. Geistige Oberflächlichkeit und Verarmung des Wissens kritisiert Pfeiffer, indem er Shakespeare-Bände in einer Schraubzwinge inhaftiert und die Bibel in einem Betonklotz versenkt.

VR-Bank-Vorstandssprecher Hans-Peter Weber ging bei seiner Einführung auch auf die Bedeutung des Kunstpreises ein und betonte: "Wir wollen mit dieser jährlichen Preisvergabe zum lebhaften kulturellen Leben in unserer Stadt Aalen beitragen." Als Symbol für den Kunstpreis verlieh er Johannes Pfeiffer den „Schwarzen Raben“, einen eisernen Abguss eines Raben-Reliefs des schwäbischen Impressionisten und Eisenbahnmalers Hermann Pleuer.

Das Berliner Elektronik-Duo „Frank und Friedrich“ rundete die gelungene Vernissage mit ungewöhnlichen, bizarren Klangclustern ab.